Meine Rassekaninchenzucht
  Krankheiten
 

Wann muss ich auf jeden Fall sofort zum Tierarzt?

Erste Hilfe bei den häufigsten Krankheiten
Hausapotheke für Kaninchen

 

 

Bei diesen Anzeichen müssen Sie sofort zum Tierarzt:

- Nahrungsverweigerung

- Teilnahmslosigkeit, nur noch in einer Ecke sitzend

- große, eitrige oder wässrige Wunden

- Bildungen von Schwellungen (Erhöhungen) im Fell (z.B. Abszesse, Tumore)

- Eiterbildungen

- Tränende Augen (wenn dies über 3 Tage geht) bei Eiterausfluss sofort

- Blut im Kot oder Urin (nicht zu verwechseln mit fütterungsbedigten Urinverfärbungen, z.B. viel Möhren=orangener Urin)
- Durchfall der länger als 2 Tage auftritt

- Wenn sie wesentliche Verhaltensänderungen / äußerlich sichtbare Veränderungen bemerken, die ggf. auf ein krankes Tier hinweisen

Info: In der Natur leben Kaninchen in großen Gruppen. Wird hier ein Tier krank versucht es, die Krankheit so gut wie es geht zu verstecken, damit es nicht von den stärkeren verstoßen wird. Dass sie ihre Schmerzen/Krankheit meist erst viel zu spät zeigen, haben (leider) auch unsere Hauskaninchen übernommen.

 

Erste Hilfe bei den häufigsten Krankheiten

 

Achtung:

Meine Tipps ersetzen keinesfalls den Gang zum Tierarzt. Wenn Sie merken, dass es Ihrem Tier nicht gut geht, dann gehen sie lieber gleich zum Arzt. Lieber einmal zu viel, als zu wenig !

 

 

Durchfall

Feststellung:

Bei Durchfall ist der Kot nicht wie üblich in Kügelchen geformt, sondern weich, breiig und übelriechend. Ebenso ist das Fell des Kaninchens um den After dann oft verschmiert.

Ursache:

Durchfall kann verschiedene Ursachen haben, z.B. eine falsche Ernährung, aber auch Zugluft, Streß, nach OPs, Reaktion auf Medikamente oder bei (noch versteckten)Krankheiten.

Erste Hilfe:

Ist der After sehr verschmutzt kann man das Fell mit warmen Wasser/Baby-feuchttüchter abwaschen. Käfig komplett reinigen, dem Kaninchen nur frisches Heu, getrocknete Kräuter, ggf. etwas Trockenfutter und Wasser und/oder Kamillentee anbieten. Man sollte nun ca 1 Woche bzw zur Besserung/Abklärung kein Grünfutter, Obst und Gemüse geben. Ist der Durchfall dann weg, langsam wieder mit Grünem, Obst und Gemüse beginnen. Besteht immer noch oder wieder Durchfall, dann unbedingt zum Tierarzt.

Vorbeugung:

- keine plötzlichen Futterumstellungen vornehmen

- Stress vermeiden

- Falls das Kaninchen kein Grünzeug gewöhnt war, langsam in kleinen Mengen anfangen

  

Verstopfung

Feststellung:

Verstopfung ist meistens schwierig zu erkennen. Meistens hockt das Kaninchen mit gekrümmten Rücken im Stall und setzt nur wenige harte, kleine Kotkügelchen ab. Viele stellen das auch Fressen ein. Meistens fühlt man, dass der Bauch hart und angespannt ist.

Ursache:

Vielleicht wurde zu viel Trockenfutter oder harte /trockene Sachen gefüttert, hat sich das Kaninchen zu wenig bewegt oder hat (bei Fellwechsel) zuviel Haare verschluckt.Stand immer genug Wasser zur Verfügung?

Erste Hilfe:
Als Sofortmaßnahme sollten Sie kontrollieren, ob das Kaninchen genug Wasser zur Verfügung hat, am Besten in einem Napf anbieten, ggf. verdünnten Fenchel-oder Kamillentee. Lassen Sie es frei laufen, wenn es möchte. Nehmen Sie alle „trockenen“ Sachen (z.B. Trockenfutter, Brot, Kräcker..) aus dem Stall und bieten dem Kaninchen frisches Grünzeug, Obst, Gemüse und Heu an.
Medikamente: Als Erste Hilfe geben Sie ihren Tier etwas Speiseöl verdünnt mit der gleichen Menge lauwarmen Wasser mit einer Spritze ins Mäulchen ( Lein-, Oliven-, Sesam,- Raps,- oder Sonnenblumenöl).
Rizinus-, oder Parafinöl sind nicht zu empfehlen!

Pro Kg 2-3 ml alle 4-6 Std

Vorbeugung:

- keine plötzlichen Futterumstellungen vornehmen

- Immer genügend frisches Wasser anbieten

- Trockenfutter nicht in großen Mengen geben

- Den Tieren die Möglichkeit zur Bewegung geben

Nahrungsverweigerung:

Feststellung:

Mit Nahrungsverweigerung ist nicht zu spaßen! Meistens kommt das Kaninchen nicht wie gewohnt zum Füttern ans Gitter/angehüpft. Das von der letzten Fütterung hingelegte Futter steht unangerührt oder spärlich aufgenommen noch da.

Ursache:

Die Ursachen sind sehr vielfältig, es können Schmerzen an versch. Stellen sein oder lange, spitze, vereiterte Zähne. Magen/Darmprobleme z.B. Durchfall/Verstopfung/Magenlähmung/Aufgasung. Auch Luftprobleme z.B. Verengung der Luftröhre oder Wasser in der Lunge können Ursache sein.

Erste Hilfe:

Rufen Sie bei ihrem Tierarzt an. Abends oder an Wochenenden bitte unbedingt eine Tierklinik kontaktieren. Ich würde max. 24 Stunden nach Feststellung bzw wann bekannt war das er zuletzt gefressen hat, den Zwerg tierärztlich untersuchen lassen, wenn andere Symptome (z.B. Teilnahmslosigkeit, Zittern, Sabbern aus dem Mund, Knacksen mit den Zähnen) dazu kommen, sofort in eine Tierklinik.

Medikamente: Als "Erste Hilfe" für Magen-/Darmbeschwerden kann man Sab Simplex (eigl. für Babys bei Blähungen) eingeben. Pro Kg 2-3 ml alle 3-4 Std bzw so oft wie möglich.

 

Urinverfärbungen:

Feststellung:

Der Urin hat sich weißlich, gelblich oder orange/rötlich verfärbt.

Ursache:

Wenn Kaninchen z.B. viel Haferflocken bekommen, kann sich der Urin weiß färben. Bekommen Sie viel Karotten färbt er sich orange bis rötlich. Auch gelblich ist normal.

Erste Hilfe:

Solange kein Blut im Urin ist, sind diese Verfärbungen ganz normal.

Kahlstellen im Fell (ohne Wunde)
Feststellung:

Im Fell sind plötzlich „Löcher“, man sieht teilw. die Haut.

Ursache:

Bei kleinen Rangkämpfen kann etwas Fell herausgerissen werden. Außerdem kann es beim starkem Fellwechsel mitunter auch zu Kahlstellen kommen. Das schlimmste was sein kann, dass das Kaninchen Milben oder Flöhe hat.

Erste Hilfe:

Darauf achten ob sich das Kaninchen öfters kratzt oder mehr als sonst putzt, dies kann auf Milben o.Ä. hinweisen. Dann lieber zur Vorsorge zum Tierarzt gehen. Ansonsten wächst das Fell relativ schnell wieder nach. Bei Kahlstellen an den Pfoten ggf etwas einpudern, damit es beim Laufen nicht Wund wird.

Vorbeugung:

- Den Tieren genügend Platz zum ausweichen geben

- Beim Fellwechsel das Tier ab und zu bürsten/kämmen

- Nur frisches Einstreu, Stroh und Heu benutzen

 

 Kahlstellen im Fell (mit kleiner Wunde)
Feststellung:

Im Fell sehen sie kleine Kratzer/Schürfwunden oder schon eine kleine Krustenbildung.

Ursache:

Bei großen Rangkämpfen, meist unter Häsinnen, kann es sein, dass sie fester Zubeißen und es entstehe kleine Wunden. Auch beim rumtoben könnte sich das Tier verletzt haben.

Erste Hilfe:

Feststellung woher die Wunde kommt. (Rangkämpfe, scharfe Kanten oder Ecken im Gehege?, spitze Steine oder gar Glasscherben in der Erde/auf der Wiese?). Man kann zur schnelleren Heilung Bepanthen oder Zink-Wundheilsalbe auf die Wunde geben. Wunden immer genau kontrollieren ob Dreck oder gar Eiter zu sehen ist. Falls dies der Fall ist, gehen sie sofort zum Tierarzt.

Vorbeugung:

- Den Tieren genügend Platz zum ausweichen geben

- Beim Fellwechsel das Tier ab und zu bürsten/kämmen

- Gehege auf scharfe Kanten, Ecken, Steine, Spielzeug durchsuchen und entfernen

 

Hitzeschlag

Feststellung:

Das Tier liegt, meist auf der Seite, langsam atmend mit weit geöffneten Nasenflügeln und ggf. bläulich verfärbten Schleimhäuten. Es ist teilnahmelos und reagiert kaum noch.

Ursache:

Die Kaninchen sind sehr Hitzeempfindlich. Schon ab 25° C müssen Sie Ihre Temperatur über die Ohren ausgleichen und legen sich meist flach auf den kalten Boden um sich zu kühlen.

Erste Hilfe:

Nähern sie sich langsam dem Kaninchen und streicheln sie es etwas. Bringen sie es dann an einen Kühlen Ort und wickelt sie es mit einem feuchten, kühlen Tuch ein (nicht eiskalt und auch nicht klitsch-nass). Bieten sie dem Kaninchen an einem kühlen Ort (z.b. Keller) Auslauf und frisches Wasser an. Auch etwas Grünzeug kann helfen. Wenn es nicht besser wird und das Kaninchen liegt immer noch rum, bewegt sich kaum, rufen Sie einen Tierarzt an.

Vorbeugung:

Von dem Gehege soll unbedingt immer ein 3/4 im Schatten sein. Denken Sie daran, die Sonne wandert! Stellen Sie bei Temperatuten über 25° C ruhig 2-3 Wasser-Näpfe auf. Wenn einer umgeworfen wird, die Kaninchen reinhoppeln oder es beschmutzt, ist immer noch genug Wasser vorhanden. In der Mittagssonne sollte das Hochnehmen und „spielen“ mit Kaninchen vermieden werden.

 
Schnupfen bzw. Kaninchenschnupfen
Feststellung:
Das Tier hat eine feuchte/nasse Nase und/oder niest. Bei manchen ist weiß oder gelblicher Schleim zu sehen.
Ursache:
Wird durch infizierte Tiere oder durch Mücken übertragen. Aber auch Zugluft, Kälte, Stress können eine Ursache sein.
Erste Hilfe:
Beim Tierarzt testen lassen ob es sich um den ansteckenden Kaninchenschnupfen handelt oder nur um eine Erkältung. Vorsorglich das infizierete Tier einzlen halten bis ein Ergebnis vom Tierarzt vorliegt.
Vorbeugung:
- Es gibt eine Impfung gegen Kaninchenschnupfen
- Tiere vor Zugluft, plötzlichem Temperaturwechsel und Stress schützen

Zahnfehlstellung

Feststellung:
Wenn man leicht ins Mäulchen schaut, sieht man dass die Zähne nach außen oder nach innen krumm wachsen und viel zu lang sind. Viele Tiere fressen nur noch weiche Sachen oder verweigern irgendwann ganz das Fressen.
 

Ursache:

Die häufigste Ursache ist die Vererbung. Viele Kaninchen haben eine angeborene Fehlstellung. Aber auch falsche Ernährung oder durch einen Sturz vom Arm oder von einer höhrere Ebene kann das Tier blöderweise auf der Seite/Kopf/Kiefer aufkommen, dadurch kann sich das Gebiss verschieben

Erste Hilfe:

Wenn sie merken dass Ihr Kaninchen lange Zähne hat, gehen sie zum Tierarzt, denn nur dieser kann die Schneidezähne kürzen und ggf. auch die Backenzähne unter Narkose abschleifen.

Vorbeugung:

-Immer genug Heu zum knabbern zur Verfügung stellen

-Ab und zu mal Äste zum Nagen füttern

-Trockenfutter nicht in großen Mengen geben, denn diese werden meist nur 1-2 mal zerbissen, dann geschluckt.

 

Wenn das Kaninchen eine angeborene Fehlstellung hat, kann man leider nichts mehr ändern. Dann müssen die Zähne je nach Bedarf alle 3-6 Wochen gekürzt werden.


Hausapotheke Kaninchen


  • Adresse + Telefonnummer des Tierarztes
  • Adresse + telefonnummer der nächstgelegen Tierklinik bzw Notklinik mit 24Std / 7 Tage/Woche erreichbarkeit
  • Impfpässe der Kaninchen
  • Alter der Tiere
  • ggf. Buchführung Vorerkrankungen/ Allergien/ Unverträglichkeiten
  • Saubere (nicht vom letzten Arztbesuch noch durch Urin oder Kot verschmutzte) Transportbox
(mit ein Handtuch/dünnem Kisschen zum draufsitzen, darüber ggf etwas Heu. Bei Schock/Unfälle/Notfällen kann man ein dunkles Handtüch über die Box hängen, wenn es dunkel ist, haben die Tiere nicht so viel Angst)

Die u.s. Medikamente kann man in einer Apotheke kaufen bzw im Internet bestellen. Manchmal fast die Hälfte günstiger als beim Tierarzt!

Versch. Spritzen ohne Nadel
3,0 oder 5,0 ml Spritzen   und
1,0ml Spritze (0.1 ml Schritten)
Zum Eingeben von Medikamenten, Wasser/Flüssigkeit, bei Nahrungsverweigerung zur Zwangsernährung

Sab-Simplex (30 ml ca. 8 €)
Bei leichtem Durchfall, Verstopfung, Magen-/Darmkrämpfe, Blähungen, Aufgasungen, harter Bauch gegeben werden
. Pro Kg 2-3 ml alle 3-6 Std unverdünnt oder mit etwas Wasser ins Mäulchen. Sab Simplex ist quasi nicht überdosierbar und kann bei Bedarf auch 14 Tage (nach Absprache mit einem Tierarzt auch länger) gegeben werden.

BirdBeneBac als Pulver(127g ca 25 €) oder Gel in Tuben (4x1g ca 8 €)
Zum Aufbau der Darmflora z.B. nach starkem Durchfall oder Verstopfung, auch nach einer Antibiotika-Gabe, Schmerzmittel oder sonstige Medikamente die Magen-/Darmstörungen auslösen. Das Gel 1/4-1/2 Tube direkt ins Mäulchen drücken. Vom Pulver 1-2 Messerspitzen in Wasser auflösen und mit einer Spritze ins Mäulchen geben. Meist ist die Gabe nur 1x Täglich notwenig ca 1 Woche nötig.

Wunddesinfektionsspray (am besten eine für Babys)
Bei kleinen Wunden. Dosierung/Anwendung je nach Packungsbeilage.

Wund-/Heilsalbe-/Jobsalbe und Puder (am Besten eins für Babys ohne Duft oder Zusatzstoffe)

Bei kleinen Wunden/ Wundgelaufenen Pfötchen, gerötete Afterregion z.B. nach Durchfall Dosierung/Anwendung je nach Packungsbeilage.


Pflegezubehör

Kaninchen-Haarbürste (siehe im Menü "Pflege")
zum rauskämmen von losem Fell, zur Unterstützung beim Fellwechsel oder Entfernung von Knoten

Waage (eine Küchenwaage geht auch)
zum kontrollieren vom Gewicht (ausgewachsener) Tiere z.b. alle 2-4 Wochen vorsorglich wiegen oder bei Krankheit alle 1-2 Tage. Gewichtsschwankungen von 200 g am Tag sind bei einem Tier bis 2,00 Kg normal. Wenn ein ausgewachsenes Tier (älter als 12 Monate), jedoch tendeziell immer abnimmt oder zunimmt, bitte einem Tierarzt befragen.

Wattestäbchen (siehe im Menü "Pflege")
zum Reinigen der Geschlechtsecken, ist meist nur alle 10-12 Monate nötig. Am Besten beim Impftermin auch vorsorglich die Ecken reinigen.

Baby-Feuchttücher
zum Reinigen der Afterregion z.B. nach Duchfall oder nach dem Auslauf im dreckigen Auslauf z.b. nasse Erde/Matsch das an den Füsschen klebt

Krallenzange
wer sich selber zutraut die Krallen zu schneiden (siehe im Menü "Pflege")

Versch. Teesorten (Kräuter, Fenchel oder Kamillentee)
Zur unterstzützenden Heilung bei allen Verdauungsbeschwerden.

WEITERES FOLGT

 

 

 

 
   
 
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